VENUS - die tiefe Reise zu mir selbst

Jahres-Ausstellung im Rathaus Rheda-Wiedenbrück, 2022-2023

Den Anfang dieser inneren Reise zu meinen Wurzeln und der Suche nach meiner Identität habe ich vor Jahren in der Schaffensreihe „Völkerwanderungen“ gelegt. Aus ihr entwickelte sich der Zyklus VENUS.

VENUS ist der Weg zu mir selbst, in mein Herz, dahin, woher das Licht kommt, wo ich an meiner Quelle der Schöpfung ankomme und das Kreative empfange. Ihr vertraue ich. Ich vertraue dem, was aus dieser Quelle kommen will und lass es fließen.

Das Harte, das Gegen-mich-selbst-sein habe ich in mir erkannt und unter Tränen und körperlichen Schmerzen angenommen. Dabei sah ich das Schöne in der Verletzlichkeit und im Verlust, löste den Widerstand durch Annahme auf. Zurück gezogen aus dem Außen schauen ich nun nach innen gewandt.

V E N U S handelt von den Aspekten des Weiblichen in mir, des Lebengebendem und Lebenerhaltendem, der Versöhnung mit meinem inneren Kind, der Hingabe, des Empfangens, des Sinnlichen, der sexuellen Energie, der Erotik und des Zulassens des Sinn- und Ziellosen. Fernab vom Konditionierten, Gewohnten und Normierten bin ich meiner Intuition gefolgt. Ich habe nicht in Frage gestellt, nicht diskutiert. Gleichwohl habe ich mich geöffnet und Antworten bekommen.

Die goldene Brust ist ein wesentlicher Bestandteil dieser Schaffensreihe. Denn sie ist ein Symbol für das Nährende in uns, für die körperliche, seelische sowie geistige Nahrung. Das Erste, was das Neugeborene bekommt, ist die Brust der Mutter. Gäbe es diese nicht, würde es nicht überleben. Und so steht die goldene Brust für das Nährende in uns. Was nährt uns? Sind wir genährt? Satt? Was fehlt uns? Wie sorgen wir für uns, unsere Seele, unseren Geist? Was ist zu viel, was zu wenig und was habe ich womöglich gar nicht oder schon lange nicht mehr gemacht? Nur wenn wir satt sind, wenn alle Ebenen versorgt sind, sind wir in Liebe mit uns. Und tragen diese Energie der Liebe in die Welt.  

Die Magie der Einzigartigkeit will geweckt werden. Mein ganzer Schatten. Mein ganzes Licht. Meine Schmerzen. Meine Freuden. Sie werden immer da sein, sind ganz und gar meine Essenz und bleiben bei mir. Gerade diese Erkenntnis hat mir die Leichtigkeit des Seins erst ermöglicht.

 Was ist in mir, wenn ich nichts wegdenke, gegen nichts ankämpfe, alles annehme?

 Leere, heilsame Leere. Meine Quelle. Ein Lichtfeld, dass Kreationen entsteht lässt.

 Und dann bin ich die Meere, der Himmel, die Wüste, die Fische, die Vögel, die Sterne, die Steppe, die Berge, die Wolken, der Regen, der Strand, der Duft, das Kind, die Greisin, die Blüte, der Baum.

Ich lasse zu, ich gebe mich hin.

Ich folge meiner Lust, mich aufzulösen.

Ich bin das Abenteuer.

Ich bin meine Liebe zu mir selbst.

Ich selbst bin mir genug.